Prolog

Aus Talendria

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Schon seit geraumer Zeit hat es sich angekündigt...

Die zahlreichen Minen Talendrias – einst reich an Rohstoffen – lagen brach. Die fleißigen Arbeiter wurden nur noch arm entlohnt. Auch die enormsten Anstrengungen trugen keine Früchte mehr. Die Kräutersuchenden beschwerten sich über den Mangel an Kastanien und Morcheln. Und die starken Holzfäller? Sie schlugen nur noch totes Holz, gerade gut genug zum Heizen der Häuser. Das Wild war durch jahrelange Sorglosigkeit nahezu ausgerottet und das verlebte Gras, der einst endlos langen Weiden hatte negative Auswirkungen auf das Nutzvieh. Auf die dichte Wolle der Schafe, das zarte Fleisch der Rinder und Schweine und die schmackhaften Eier der Hühner. Die tiefen Brunnen lieferten nur noch Schlamm zutage und die Seen waren durch das Einleiten von Abwässern für die Fischer und ebenso zur Entnahme von Trinkwasser unbrauchbar gemacht worden. Und zu guter Letzt machten auch die Edelsteinhändler keine Gewinne mehr, da ihre Lieferanten keine bunten, glitzernden Steinchen mehr fanden... Ein schweres, ja fast unmögliches Leben für das Volk Talendrias.

Eine Lösung musste her!

So versammelten sich Elfen, Menschen und Zwerge zu einer Zusammenkunft, die mehrere Tage und Nächte in Anspruch nehmen sollte. Denn sie waren sich geschlossen einig: Ihre Wege würden sich erst wieder trennen, wenn sie eine Lösung für ihr aller Problem gefunden haben. Das Volk Talendrias sollte wieder zu einem ruhigen, sorglosen Leben geführt werden. Gemeinsam beschlossen sie, jeweils einen Auserwählten fort zu schicken. Den Ältesten der Elfen, den Klügsten unter den Menschen und den Tapfersten der Zwerge. Sie sollten nach neuem Land suchen. Reich an Bodenschätzen und natürlichen Rohstoffen. Flüsse durften ebenso wenig fehlen, wie dichte Wälder und Weideland. Bang war ihren Herzen zu Mute, Dreien der ihren, einem ungewissen Schicksal entgegen zu senden, doch sie sahen keinen anderen Ausweg.

...Die Zeit des Wartens erschien den Talendrianern unendlich lang, doch wie alles andere auch, ging diese vorüber...

Die Kundschafter kehrten zurück und berichteten einig über eine Insel, die sie entdeckt hatten. Was sie dort vorfanden, war unvorstellbar! Saftige Wiesen, dichte Wälder, hohe Berge und weite Seen! Dieses Fleckchen Erde schien wie gemacht für das Volk Talendrias! Die Vertreter der Rassen – Teilnehmer der Zusammenkunft – wollten jedoch nichts überstürzen. Zu groß war die Angst, die Familien ihrer Stämme in eine ungewisse Zukunft zu führen, die vielleicht nicht besser war, als ihre aktuelle Situation. Nicht alle Zweifel konnten restlos ausgeräumt werden, doch eines war klar: Ein Neuanfang musste her. Es gab keinen anderen Weg! Das Land hier war ausgewirtschaftet und warf nicht mehr genug ab, um alle Wesen Talendrias zu versorgen.

So wurden in wochenlanger Schwerstarbeit Flösse und Schiffe errichtet, um auf das neue Land über zu siedeln. Schließlich konnte die Reise ins Ungewisse beginnen. Vielen fiel der Abschied nicht leicht und selbst bei manchem Zwerg sah man die ein oder andere Träne kullern, die verlegen schnell weggewischt wurde. Auch die Menschen und die Elfen ließen ihre errichteten Städte nur schweren Herzens hinter sich. Doch trotz der Zweifel, was denn kommen möge, war die Vorfreude groß. Ja, man könnte fast sagen, dass sie überwog. Freude und Neugierde auf eine ungewisse Zukunft. Das ist es, was Hoffnung und Zuversicht sät, wenn man mit dem Rücken an der Wand steht. Und diese Attribute sind zweifelsohne von Vorteil bei einem Vorhaben dieser Größe!

Nun habt Mut und fasst mit an, auf dass wir bald wieder zufrieden und glücklich in der neuen Welt leben können. Mit neuen, aber vielleicht auch bereits bekannten Gefahren, aber immer in dem Wissen: Dies war eine notwendige Entscheidung und Ihr ward tapfer genug, um diese mit zu tragen!

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